Hier eine ausführlichere Besprechung der CD.Eigentlich hätte ich sie gar nicht anhören dürfen, denn die lenkt mich jetzt vom Lernen ab. Aber von so toller Musik werde ich doch gern abgelenkt. Vielleicht kann ich ja ein paar Meat Loaf Zitate in meine Literaturklausur einfließen lassen. Aber nun zurück zur CD an sich.
'The monster is loose' konnte man ja schon vor Wochen legal von Meat Loafs Homepage runterladen und hat sich daher schon in den meisten Herzen der Fledermausfreunde ein Plätzchen erobert. Die Nummer ist richtig rockig und klingt dabei aber auch recht modern und damit ist sie der perfekte Opener für diese CD.
'Blind as a Bat', der zweite Titel der CD - übrigens wieder mit Bezug zu den Fledermäusen

- ist eine Nummer langsamer, als der Vorgänger, aber ebenso bombastig gehalten. Überhaupt fällt auf, dass die Lieder auf der dritten Scheibe der Bat out of hell-Saga im Allgemeinen sehr groß daher kommen, auch wenn man diesmal deutig mehr in die Saiten der Rockgitarren greift, als das bei den Vorgängern der Fall war.
Hiernach folgt der bereits vor Jahren auf dem Pandora's Box Album 'Original Sin' veröffentlichte Titel 'It's all coming back to me now', der dann auch noch mal in einer gruseligen Schrei-Version von Celine Dion eingesungen und vermurkst wurde, in einer Duett-Version. Das ist eine tolle Idee, die auch gut umgesetzt wurde und wobei Marion Raven als gute Duettpartnerin mit moderner Stimme gut mit Meat Loafs Rockröhre harmoniert.
Dann wird es wieder deutlich rockiger und zwar mit 'Bad for Good', das Jim Steinman himself bereits auf seinem Soloalbum aus dem Jahr wasweißich eingesungen hatte und er bewisen hat, dass seine kompositorischen Fähigkeiten seine Gesangskünst bei weitem übertreffen. Meat Loaf gibt diesem Titel endlich eine Stimme, die diesem Lied auch würdig wird. Was mich jedoch anfangs ein klein wenig gestört hat, ist dieser spezielle Gitarrensound, der manchmal erklingt und der mich ein wenig an den ABBA-Sound erinnert.
Nun folgt wieder eine schöne Ballade, nämlich 'Cry over me'. Das Lied zählt zwar sicher nicht zu den Meilensteinen der Rock-Geschichte, aber es ist wunderschön dramatisch und mit tollen Streichern (Ich liebe Streicher!) unterlegt. Hier wird deutlich, dass die tolle Stimme von Meat Loaf auch mittelmäßigere Titel durchaus veredeln kann.
Dann folgt das schräge 'Land of the pig', das deutlich aus dem Album heraussticht. Anfangs ist man etwas irritiert, weil man diese Art von Titel nicht erwartet hat, aber er macht sich gut auf der CD und er wird mit jedem weiteren Hören immer interessanter und zählt eindeutig zu den härtesten Titeln dieser Aufnahme.
'Monstro', ein kleiner, hauptsächlich von einem Chor begleiteter Titel, erinnert stark an 'Carmina Burana', was ihn mir noch sympathischer macht und schlägt dann, in ein kleines Intro für den nächsten Titel 'Alive' um, der zwar auch nicht so stark erscheint, wie z.B. 'The Monster is loose', aber er passt auf jeden Fall auf das Album und fügt sich in das Gesamtbild ein.
Hierauf folgt 'If God could talk', von dem ich gelesen habe, dass es sich hierbei um die englische Fassung von 'Gott ist tot' aus 'Tanz der Vampire' handeln soll. Aber irgendwie kann ich beide Titel nicht in Einklang miteinander bringen. Ich erkenne darin kein 'Gott ist tot' wieder, aber das macht das Lied nicht schlechter. Ich finde es toll! Sehr rhythmisch und eingängig, in Kombination mit einem tollen Text.
'If it ain't broke' schlägt wieder einen deutlich härteren Weg ein, durchsetzt mit einem Hauch von Blues-Bläsern, die dem Lied eine ganz eigene Würze verleihen. Zudem ist es vielleicht überhaupt das Lied, in dem sich die meisten modernen Musikelemente wiederfinden lassen. Dadurch klingt das Lied nicht so glatt wie andere, aber es ist irgendgwie griffiger, durch all die Kanten und Brüche.
Mit 'What about love' wird es wieder deutlich besinnlicher und Meat Loaf darf sich zusammen mit Patti Russo, die schon bei dem Hit 'I'd do anything for love' auf 'Bat out of hell II' glänzen durfte, durch ein schönes Duett, mit tollen Rhythmenwechsel, singen. Wobei es nach dem Hören um so trauriger ist, dass Patti Russo nur bei diesem Lied mitwirkt.
Und nun kommen wir zu meinem persönlichen musikalischen Höhepunkt dieser CD, nämlich dem ca. 10 minütigen Bombast-Titel 'Seize the night', der englischen Version von 'Carpe Noctem' aus 'Tanz der Vampire'. Das Lied fängt mit der Overtüre des Musicals an und mündet dann im erwähnten Titel. Es ist interessant, wie dieser Titel für einen Solosänger umgewandelt wurde und aus seinem eigentlichen Zusammenhang genommen, seinen eigenen Charakter nicht verliert. Ich würde mich freuen, wenn man vielleicht dieses sehr moderne Arrangement des Songs mit nach Berlin nehmen würde.
'The future just ain't what it used to be' ist wiederrum eine gelungene balladeske Nummer mit einem Touch von Gospel, die jedoch auch schon zuvor veröffentlicht wurde, wenn ich mich nicht irre, dann ist dieser Titel auch auf 'Original Sin' zu hören. Jedoch in einer schnelleren Rockfassung.
Hiernach folgt der eigentlich letzte Titel des Albums (Der wirklich letzte ist eine Single-Fassung von 'It' all coming back to me now'), nämlich 'Cry to heaven', der sich zu meiner Überraschung als 'Angels arise' aus 'Dance of the Vampires', dem neu geschriebenen Opener der Broadway-Fassung des Stücks, entpuppte und den leisen Charakter eines Schlafliedes hat und somit einen sanften Abschluss dieses lauten und rockigen Albums einleitet.
Schließlich kann ich sagen, dass die CD äußerst gelungen ist, auch wenn ziemlich viele Lieder schon einmal veröffentlicht wurde. und einen würdigen Abschluss der Fledermaus-Saga liefert.