Sascia, dir sei verziehen.
Moderne Inszenierungen sind immer so 'ne Sache…
Man kann schon eine Oper "modern" inszenieren und sich trotzdem an die Originalvorlage halten. Die Bayerische Staatsoper hat z.B. Verdis
Maskenball ein bisschen "modernisiert" bzw. aufgefrischt, indem sie für die Kostüme auf den sonst üblichen Zopfstil verzichtet hat (die Sänger/innen wurden trotzdem passend zur Epoche gekleidet, nur nicht pompös wie sonst) und die Bühne nicht mit altertümlichem Mobiliar voll gestopft hat.
Wenn ich aber während Händels
Rinaldo (zwischen 1710 und 1711 geschrieben, von mittelalterlichen Kreuzzügen handelnd) Marsmännchen auf der Bühne sehe – und Kreuzritter mit Schlapphut und Trenchcoat – dann verstehe ich nicht so ganz, was das alles noch mit der eigentlichen Oper zu tun haben sollte…
Oder welchem tieferen Sinn es hat, Verdis
Rigoletto (1851 komponiert; die Handlung spielt im 16. Jahrhundert) im
Planet der Affen - Raumschiff inklusive - zu verwandeln.
Aber ich habe auch schon in Verona eine
Aida (die von Verdi, nicht die von Elton John) erlebt, wo es in dem Triumphmarsch lauter kleine Roboter defilierten.
Von einem
Rigoletto ganz zu schweigen, wo der Herzog von Mantua ein Vampir war. Regie führte natürlich Dario Argento (
http://www.rotzrock.net/filme/italien/A ... rgento.htm ), in Italien DER Horrorfilmemacher überhaupt…