von LongJohn » 01.04.2010, 17:14
zu alt, zu jung, links, rechts, in einer Kiste neben der Tür.
Das alles spielt gar keine Rolle.
Grosse Komponisten, schrieben im Alter von 5 Jahren.
Beethoven, war zum Ende hin taub, als er seine letzten Werke schrieb.
Und so mancher Lebemann, der heut als ein fähiger Musiker verehrt war, war zu seiner Lebzeit eine "windige Gestalt".
Man kann so etwas niemals sagen.
So lange die Grundlagen und Harmonien, das Wissen und das Können vorhanden sind, und der Kopf so weit klar, mit Musik umzugehen, ist niemand zu alt, oder aber zu jung um etwas zu komponieren.
Vielmehr geht es dabei, so finde ich, um die Einstellung, das Thema, die Grundlagen des Themas, und die Zeit.
Es ist oftmals auch nicht die Musik die schlechter wird, sondern der Zeitgeist, der manchen Dingen nicht mehr folgen kann. Viel an Musik, (das betrifft nun weniger das Musical, aber generell) ist im Lauf der Zeit verloren gegangen. Wir leihen unser Ohr, immer primitiveren Experimenten, statt ausgefeiten Partituren.
So z.B. genügt es, wenn ein paar Bässe dröhnen, ein paar E Gitarren dazu brüllen, und fertig ist die Overtüre der Neuzeit.
Bei dem Gedanken, ich sah vor kurzem, eine Neuaufführung des NIebelungenliedes im Fernsehen, auf 3 Sat, um ehrlich zu sein - ich mag moderne Kunst noch tollerieren, werde sie jedoch nie verstehen. Ohne wertend dem Stück gegenüber zu stehen, muss ich sagen
sich in die Welt, dieser Form von Umsetzung hineinzudenken, bedarf es einer vollkommenen Verfärbung jeglichen Kunstgeschmacks, in Richtung "moderne Kunst", und "neuzeit". Es ist schlicht und ergreifend ein vollkommen expressionistisches Werk seiner Art. Das alles hat vielleicht mit Webber nichts zu tun, die Frage ist aber eine andere
welche Grundlagen (ich habe mich mit seinem neustem Stück nicht beschäftigt bisher, werde das nun wohl mal nachholen) verlangt das Stück, worum geht es überhaupt in der Storyführung, und - vorrangig - liegt ihm die Umsetzung ?
Nimm als Beispiel mich.
Setze mich daran, ein Musical in der Form z.B. "der letzte Kreuzritter" zu schreiben, und Du wirst ein einmaliges, in meiner Form präsentiertes, und sehr tiefgehendes Stück erhalten.
Setze mich daran, ein Musical zu schreiben über irgend etwas neuzeitliches, aktuelles, oder vor kurzem passiertes, etwas gegenwärtiges, und Du wirst nie ein Musical erhalten - da es mir nicht, und nicht mal im geringstem irgendwie liegt, mich auch nur annährend hinein zu versetzen.
Ich denke, jeder Komponist hat seine grossen Themen.
Jeder seine bestimmte Art.
Nimm allein Jack White - fast jeden seiner titel, höre ich immer wieder raus, ich kann Dir in viel komponierten Sachen sagen, wer was geschrieben hat, ich höre es allein am Einsatz und der Nutzung der Instrumente.
Nun versuche Dir vorzustellen, Jack White müsste für Rammstein schreiben. VIelleicht packt er das - für mich ist es schwer vorstellbar.
Genau das meine ich.
Ich würde nicht sagen, das ein Komponist zum komponieren zu alt wird.
Sondern eher entscheident ist, was prägt ihn, was ist sein Stil, und aus persönlichen Lebenserfahrungen heraus sage ich auch noch :
Welche Aspekte und Geschehnisse, bestimmen während dieser Arbeit, sein Schaffen und sein Leben. Denn in eine Komposition, fliesst unglaublich viel persönliches mit ein - kurzum
bei mir gibt es Teilstücke, die ich in 2 oder 3 verschiedenen Formen im Verlauf einer Arbeit schaffe, und mich am Ende für eine entscheide, denn oftmals kann man ein Thema unterschiedlich angehen, je nach Tagesstimmung. Dabei muss keine besser oder schlechter sein, die Frage ist, wie passt sie am Ende in s Gesamtbild.
Ich z.b. neige eher zu beschwingtem, bleibe aber oftmals in Moll, da stets eine ernsthafte Aussage, meine beschwingten Dinge begleitet.
JS.