Am 1.1.2005 fand die Finalveranstaltung von Barbarella statt. Das Raimund-Theater war voll wie noch bei keiner Barbarella-Vorstellung, was, neben der Tatsache, dass an diesem Tag sicher alle Hardcore-Fans anwesend waren, für eine supertolle Stimmung sorgte. Und auch die Akteure (komplette Erstbesetzung mit Proll, Seibert, Marold, Sarich, Niedermeyer, Tonk) sorgten immer wieder für Lacherfolge und Szenenapplaus. Denn an diesem Abend wurde nicht jeder Text laut Drehbuch gesprochen, sondern es wurde vieles spaßhalber abgeändert, was vor allem für Stammbesucher amüsant war, die das Stück sehr gut kennen.
So wurde Barbarella im Laufe des Abends immer anders genannt. Von „Arabella“, über „Cinderella“, über „Barbara“ bis hin zu „Barbapapa“.
Slupe, die schwarze Königin wurde kurzerhand auf „Elfriede“ umgetauft, und von allen so genannt.
Bei Durans Lied „Weit von hier“, wo er normalerweise ganz alleine auf der Bühne steht, standen plötzlich Tänzer hinter ihm, die dazu tanzen und ihn gewaltig aus dem Konzept brachten.
Als Pygar, der blinde Engel auftauchte, verschob er plötzlich seine Sonnenbrille und zwinkerte Barbarella zu. Ab diesen Moment wurde nicht mehr vom „blinden Engel“ sondern vom „blonden Engel“ gesprochen.
Also Barbarella sich mit den schwarzen Wächter anlegte, bekam sie an diesem Abend unerwartete Hilfe. Die Barbarella-Zweitbesetzungen Rachel Colley und Mairi Cowieson tauchten plötzlich auf und knallten mit Nina die bösen Wächter ab. Auch bei Ninas Lied „Heute Nacht oder nie“ traten die beiden Zweitbesetzungen wieder auf und lieferten eine Tanzeinlage.
Die zweiköpfige Gestalt hatte an diesen Abend anfangs nicht zwei sondern 4 Köpfe. Auch gaben sie Barbaralla diesmal statt einer Karte eine rosa Tasche und fummelten ständig an ihrem Po herum. Am Ende sagte Barbarella zu Pygar „Geh mit deinen zutraulichen Freunden“.
Als sich Barabelle bei Slupe (an diesem Abend Elfriede) vorstellte sagte sie nicht wie sonst „Barbarella Gorgora die Vampira“ sondern „Barbarella Gorgonzola die Vargina“, mit dem Anhang „Für sie Frau Proll“
Slupe (Elfriede) stellte sich als eine burgenländisch-kroatische Minderheit vor.
Originaldialog:
Königin: Komm mit mir schönes Kind.
Barbarella: Danke, aber ich bevorzuge Blondinen.
Königin: Aargh! Wir sehen uns bestimmt wieder.
Abgeänderter Dialog:
Königin: Komm mit mir schönes Kind.
Barbarella: Ich bevorzuge Blondinen, aber heute mach ich eine Ausnahme.
Königin: Wir sehen uns heute bestimmt das letzte Mal.
Also Barbarella die selbst inszenierte Revolution mit einem Fingerschnipser stoppte sagte Hauptmann Sun diesmal „Hearst schleich di“
Originaldialog:
Königin: Magst du Vögel?
Barbarella: Gekocht oder gebraten?
Königin: Ich serviere sie am liebsten roh. Hauptmann Sun, verfüttere sie an die Vögel.
Abgeänderter Dialog:
Königin: Magst du Kaiserschmarrn, Pommes mit Majo, Wiener Schnitzel, Augsburger?
Barbarella: (jeweils) Nein.
Königin: Wie steht’s mit Vögeln?
Barbarella: Was hier vor allen Leuten?
Königin: Hauptmann Sun – vögelt sie!!!
Nachdem Hauptmann Sun Barbarella von den Vögeln rettete, stürzte er sich auf sie mit dem Argument „Aber die Königin hat doch gesagt ich soll …“
Als Victor, der Roboter auftauchte, wurde er plötzlich von einem zweiten Victor weggestoßen. Der erste Victor schubste aber wieder zurück und hatte danach seinen gewohnten Auftritt.
Als der Schlüsselmeister Barbarella in seinen Lustapparat stecken wollte, mussten seine Männer erst einen weiten Helfer entsorgen, der darin steckte.
Bei der Szene, wo Barbarella die schwarze Königin in ihrem Schlafgemach überraschte, wurden auch wir überrascht. Die Königin hatte bei dieser erotischen Sequenz statt ihrem Seidenkleid diesmal einen absoluten Liebestöter-Pyjama an. Auf die anschließende Frage „Was hast du mit mir gemacht“ antwortete Barbarella „Ich wollte mit dir Liebe machen, aber bei diesem Outfit hab ich keinen hoch bekommen“
Originadialog:
Königin: Ich mach alles was du willst.
Barbarella: Lass meine Männer frei, und Pygar.
Königin: Dein Wunsch ist mir Befehl.
Abgeänderter Dialog:
Königin: Ich mach alles was du willst.
Barbarella: Lass meine Männer frei, und Pygar.
Königin: Das geht nicht. Pygar brauchen wir für Romeo & Julia.
Beim Lied „Bald werden wir siegen“ gehen plötzlich im Hintergrund ganz unmotiviert die Wächter der schwarzen Königin vorbei.
Beim Lied „Spiel mit mir“, wo normalerweise die Sklavinnen von der Königin ultracool mit E-Gitarren auf der Bühne stehen, standen sie diesmal mit einer Kindergitarre, einer Kindertrommel, und Rasseln da.
Ebenfalls bei dieser Szene liegt gewöhnlich Pygar gefesselt am Bett und ist kurz vorm Sterben. Diesmal war er ebenfalls gefesselt. Nur wippte er dabei mit dem Kopf fröhlich im Takt mit.
Also der Engel losgebunden wurde, rief Barbarella „Gebt ihn was zu trinken. Am besten Red Bull“
Hauptmann Sun, der am Ende in Frauenkleidern herumläuft, hatte diesmal zusätzlich einige Schleifchen im Haar, damit er noch etwas tuntiger aussieht.
Originaldialog:
Königin: Befrei mich Barbarella, dann zeig ich euch den Weg hinaus.
Duran: Glaub der schwarzen Schlange kein Wort.
Pygar: Haben wir eine andere Wahl.
Barbarella: Gut. Diesmal vertrau ich ihr.
Abgeänderter Dialog:
Königin: Sing noch ein Lied mit mir, Barbarella, dann zeig ich euch den Weg hinaus.
Duran: Glaub der schwarzen - kein Wort.
Pygar: Haben wir eine andere Wahl.
Barbarella: Gut. Auf ein Lied mehr oder weniger kommt’s mir nicht an. Diesmal vertrau ich ihr.
Pygar (der einmal stolperte, und am Ende erste beim dritten Aufruf von Barbarella erschien) rief zu Duran: Bringt euch in Sicherheit. Warte auf mich an der Kantinen-Bar und bestell mir schon mal ein Bier. Ich komm gleich nach.
Originaldialog:
Barbarella: Pygar, du bist wirklich ein Engel. Aber warum nimmst du die Schwarze Königin auch mit?
Pygar: Engel haben kein Gedächtnis. Wir blicken nie zurück.
Erweiterter Dialog:
Barbarella: Pygar, du bist wirklich ein Engel. Aber warum nimmst du die Schwarze Königin auch mit?
Pygar: Engel haben kein Gedächtnis. Wir blicken nie zurück.
Barbarella: Aber ich. (Und stößt die schwarze Königin um)
Am Ende gab es Standing Ovations und ewigen Applaus. Ein etwas kitschiges, etwas trashiges, aber im Endeffekt wunderschönes Musical hat somit sein Ende gefunden.

