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Easter Parade

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Easter Parade

Beitragvon windygirl » 23.07.2007, 19:03

Bericht Easter Parade
Donnerstag, 17. Mai 2007; 20.00
Chanhassen Dinner Theatre, Main Stage
Tisch 431, Sitz 5

Vorweggeschickt sei, dass die Show bereits über 2 Monate zurückliegt, die zudem für mich noch sehr ereignisreich waren. Ich werde mich trotzdem bemühen in meiner Erinnerung zu kramen, und dies hier nach besten Wissen und Gewissen darzustellen.

Das Theater sowie recht wahrscheinlich auch das Stück dürften der Großen Mehrheit unbekannt sein. Das Chanhassen Dinner Theatre ist in dem kleinen Örtchen Chanhassen (http://www.ci.chanhassen.mn.us/) , das sich nördlich der Twin Cities befindet. Die Twin Cities, das sind Minneapolis und St. Paul, die Doppelhauptstadt des Bundesstaats Minnesota, USA. Minnesota mag zwar eine verschlafene kleine Gegend sein, mit kaum mehr Einwohnern im ganzen Staat als in Berlin, doch auch hier lässt es sich leben. Der nördliche Teil Minnesotas kann sogar getrost als wunderschön bezeichnet werden. Und nun gibt es also in jenem kleinen Städtchen ein Theater, dass drei Bühnen aufweisen kann und seit 1968 eröffnet ist. Auf der Hauptbühne werden meist die Klassiker aufgeführt. Am 11. Oktober 1968 wurde sie mit „How to Succeed in Business Without Really Trying“ eröffnet und es folgten Stücke wie „110 in the Shade“ (derzeit als Revival am Broadway zu sehen), „Guys and Dolls“, „The Music Man“, „Annie get your Gun“ oder auch „hello, Dolly“. Einige modernere Stücken kann das theater jedoch auch aufweisen – „42nd Street“, „Cats“, „Beauty and the Beast“ und seit der Eröffnung am 15. Juni 2007 „Les Misérables“. Das Playhouse und The Club werden vor allem für Theaterstücke genutzt.

Doch worum geht es in dem Stück „Easter Parade“ von Komponist Irving Berlin (Biografien auf Englisch: http://www.jewishvirtuallibrary.org/jso ... erlin.html und auf Deutsch: http://de.wikipedia.org/wiki/Irving_Berlin ), dass 1948 als Musical Film mit Fred Astaire und Judy Garland auf die Leinwand gebracht wurde?

Wie typisch für diese Art Musical ist die handlung sehr leicht verdaulich, mit altem Charme und doch gewissem Reiz. Alles beginnt am Samstagmorgen vor Ostern, 1910. Don Hewes, berühmter Tänzer am Broadway, erscheint bei seiner Partnerin (sowohl geschäftlich als auch privat) Nadine Hale mit einem Hut und ein paar Blumen als Ostergeschenk. Nadine legt ihm dann dar, dass sie einen Vertrag unterzeichnet hat und in einer Show als alleiniger Star zu sehen sein wird. Dons Versuche sie mit dem Lied der beiden („It only happens when I dance with you“) umzustimmen, bleiben erfolglos. Nadine hat sich entschieden. Um seinen Kummer in Alkohol zu ertränken, begibt sich Don in eine Bar wo er schließlich seinem Freund Johnny schwört, das nächste Mädchen, dass auf die Bühne kommen werde, würde er zu seiner Tanzpartnerin machen. Unglücklicherweise, ist dieses nächste Mädchen Hannah Brown, die mal wieder zu spät ist. Hannah ist möglicherweise eine der schlechtesten Tänzerinnen ihrer Zeit, doch Don hat sich in den Kopf gesetzt seinen Schwur einzuhalten. Ein Monat Arbeit im Studio folgt. Don versucht Hannah in eine zweite Nadine zu verwandeln, kauft ihr das gleiche Kleid und schickt sie zum gleichen Haarstylisten. Erwartungsgemäß wird ihre Show ein Flop. Als jedoch klar wird, dass Hannahs Stärke der Gesang ist, entsteht eine neue Idee einer Tanz- und Gesangsshow. Auch treffen wir nun zum ersten Mal auf den Kellner Francios – eine gloreiche humoristische Einlage – in dessen Restaurant sich die vier Hauptcharaktere in unterschiedlichen Kombinationen treffen – jedoch nicht einmal so lange bleiben um wirklich etwas zu bestellen. Im folgenden Jahr, am Valentinstag 1911, macht Don einen folgeschweren Fehler. Um seine Beziehung zu Hannah zu festigen, der er sagte er liebe sie, spielt er ihr ein Lied vor, von dem er behauptet es sei nur für sie. Dieses Lied ist „It only happens when I dance with you“ – ein Lied, dass es für Nadine schrieb. Hannah, der die Geschichte des Liedes bekannt ist, läuft davon.
Die letztendliche Auflösung der Situation ist simpel – Nadine hat ein neues großes Engagement erhalten und Don, dem klar wird wo seine Liebe wirklich liegt, kommt zu ihrer Premiere. Hannah hat genug von Don, trennt sich von ihm. Und wie nicht anders zu erwarten, werden Don und Nadine am Ende wiedervereint – sie laufen zusammen in der Easter Parade von 1911. Begleitet werden sie von Johnny und Hannah, sowie Nadines Haushälterin Essie und ihrem Partner Mr. Johnson. Ein Jahr voll Straucheln, Missverständnissen und Unglück ist zuletzt vorbei.

Nachdem nun die Handlung bekannt ist (die im Übrigen durchaus vom Film abweicht), komme ich nun zu den Darstellern:

Irving Berlin’s Easter Parade:

Music & Lyrics – Irving Berlin
Book – Tom Briggs
Directed by Michael Brindisi
Musical Director and Arranger – Thomas Mustachio
Choreography by Tamara Kangas
Set designed by Nayna Ramey
Costumes designed by Sandra Nei Schulte
Lighting designed by Sue Ellen Berger
Sound Designed by Russ Hayness
Hair/Make-up Designs by Susan Magnuson
Production Stage Manager – Robin Macgregor
Producer – Thomas K. Scallen

Cast (in Order of Apperance):

Boy – Samuel Patrick Faunillan
Mir persönlich gingen sowohl seine Stimme als auch seine immer gleichen, überzogenen Bewegungen beinahe vom ersten Takt auf die Nerven. Besonders tragisch, da er die Show eröffnet. Selbst, dass er erst etwa 15 ist, reicht nicht als Ausrede. Dem Programm ist jedoch zu entnehmen, dass er einmal College Professor für Mathe werden möchte. Dabei kann man ihm nur viel Glück wünschen. Für die Bühne taugt er jedenfalls nicht.

Don Hewes – Michael Gruber
Nette Stimme und durchaus respektable Leistung durch das ganze Stück. Wunderbar kalt und arrogant kam er jedenfalls herüber.

Miss Hamilton-Jones – Dena Olstad-Rice

Hannah Brown – Ann Michels
Sehr schöne Stimme! Ein ganz großes Lob. Auch muss ich sagen, dass man gesehen hat, dass sie eigentlich durchaus tanzen kann – doch gespielt hat sie sehr ordentlich.

Sammy – Bob Davis

Mike – David Anthony Brinkley

Nadine Hale – Michelle Barber
Ganz ehrlich, sie war völlig fehlbesetzt. Sie hat diese Rolle defintif nur gehabt, weil sie bereits zum Inventar des Theaters zu gehören scheint. Doch sie wirkte viel zu alt und ihr Stimme war meiner Meinung nach auch nicht unbedingt die tollste. Nun ja, aber wenn man sich einen Ruf erarbeitet hat, dann wird einem wohl der Vorzug vor unbekannten Künstlern gegeben.

Johnny Moore – Keith Rice
Ordentlich! Und sehr süß gespielt.

Essie – Angela Timberman
Ihr Solo „You’d be suprised“ in dem sie über gewisse Qualitäten ihres Mr. Johnson singt – ein absoluter Show-Stopper! Genial durch und durch! Auch abgesehen davon war ihre schauspielerische Leistung klasse. Immer vorlaut, und doch hinterher ein wenig betreten. Klasse!

Mr. Johnson – Jay Albright
Als beinahe stummer Mr. Johnson erinnerte er mich stark an “Held Müller” (siehe meinen Bericht dazu). Gute Arbeit.

Lucille – Julianne Mudale

Marty – Mark King

Mr. Balistreri – Wayne Morton

Lulu – Kirsten Iiams

Ragtime Band leader – David Allan Doering

Sufragetten – Lynn dvrhaug-Rotto, Janet Haynes Trow

Francois – John R. Sloan
Fantatstich! Er war möglicherweise DAS Highlight des Abends. Man hat richtig mit ihm mit gelitten, als nie jemand etwas bestellt hat – und doch hat man sich gleichzeitig nur gekrümmt vor Lachen. Ich war absolut hin und weg von ihm.

Tenor – Colyn Tvete

Ralph – Sean Nugent

Ensemble:
Megan Fitzgerald, Timotha lanae, Lisa Bartholomew-Given, Leslie Brown, Rico Heisler, Joey Babay, Perrin Post

Zur Bühne muss noch gesagt werden, dass sie zwar recht klein ist – im Vergleich zu den großen Stage Theatern jedenfalls – doch durchaus nett. Kostüme und Kulissen passten hervorragend, da gibt es nichts zu meckern.

Insgesamt war Easter Parade durchaus eine nette kleine Show, zwar mit wenigen Höhepunkten oder großen Stimmen, doch die leicht angestaubte Handlung und Musik sorgen durchaus für einen unterhaltsamen Abend.
windygirl
 
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Wohnort: Berlin

Beitragvon Angi » 25.07.2007, 20:13

Schöner Bericht! Dafür, dass es schon länger für dich her ist ists wirklich gut zu lesen... Klingt nach einem sehr schönen Abend =)
Bin gespannt auf die weiteren Berichte...
Nein, Euer Gnaden, das sind keine Riesen, sondern nur Windmühlen!
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Angi
 
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