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Ich war noch niemals in N.Y., Wien Raimundtheater

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Ich war noch niemals in N.Y., Wien Raimundtheater

Beitragvon Vred » 08.04.2010, 20:28

Das Musical "Ich war noch niemals in New York", von dem ich am 6. 4. die Wiener Version gesehen habe, kann ich - vor allem jenen, die gerne lachen - nur empfehlen, denn meiner Meinung nach ist das durchgehend vom Beginn bis zum Ende humorvolle Unterhaltung vom feinsten! Aber auch die Musik gefällt mir und ich glaube, dass die Musik nicht nur Udo Jürgens-fans gefallen wird. Es singt jedenfalls natürlich nicht Udo Jürgens selbst, sondern Musicaldarsteller. Bei der Wiener Fassung u. a. Andreas Bieber (Näheres zur Besetzung siehe unten).

Schon wenn man sich dem Raimundtheater von weitem nähert, kann man deutlich erkennen, dass es hier das Musical "Ich war noch niemals in New York" gibt, denn vor dem Haupteingang wurde die Vorderseite von einem "Schiff" (ca. so groß wie ein echtes Schiff! Aber eben nur der Bug vorne.) aufgestellt, und eine der Einganstüren wurde mit einem kreisrunden Rahmen umgeben, der wie ein Bullaugen-Fenster eines Schiffs aussieht (nur wesentlich größer natürlich ;)).

Im Theater wird das Parterre derzeit auch "Promenadedeck" genannt (zusätzliche Beschriftung) und die Ränge heißen auch "Oberdecks".

Das Garderobepersonal und die Programmheftverkäufer(innen) arbeiteten natürlich in Matrosenkleidung und bei der Begrüßung hieß es dementsprechend "Bitte beachten Sie, dass ... an Bord nicht gestattet sind.

Nun aber zum - wie gesagt, äußerst humorvoll unterhaltsamen - Inhalt:

Die meiner Meinung nach lustigste Szene ist, als die berühmte Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg und ein Tierfotograf namens Axel Staudach (mit seinem Sohn Florian) mit dem Auto nach Genua rasen:

Die gesamte Reise wird dargestellt in Form des Anzeigefelds von einem Navigationsgerät, das (natürlich entsprechend vergrößert) auf der Leinwand im Hintergrund zu sehen ist. Natürlich verirren sie sich hunderte male, fahren dutzende Male total im Kreis, und streiten dabei auch ganz gerne. Dass Lisa und Axel einenander zu diesem Zeitpunkt alles andere als symphatisch sind, trägt natürlich zur Lustigkeit der Szene bei und das Navigationsgerät zeigt zwischendurch natürlich auch diverse komische Texte :-)

Dann geht es gleich lustig damit weiter, dass Maria Wartberg (Lisas Mutter) und Otto Staudach (Axels Vater) vom Schiffspersonal versehentlich in die Hochzeitssuite einquartiert werden, die eigentlich Lisa und Axel gebucht haben (und das auch nur, weil kein anderer Platz mehr auf dem Schiff frei war :-) ) Natürlich fliegt der Irrtum bald auf und als nach dem Schiffspersonal auch noch Lisa, Axel, Florian sowie Lisas Mitarbeiter Fred und Costa auftauchen, wird es richtig schön turbulent: Durch die ca. 6 Türen, die die Hochzeitssuite des Schiffs hat, geht gleichzeitig irgendjemand aus und ein und natürlich dauert es einige Zeit, bis Lisa und Axel die beiden (Maria und Otto), die sie ja eigentlich suchen, auch finden. Köstlich.

Aber selbst die eigentlich ernsten Situationen (Mutter-Tochter-Probleme zwischen Maria und Lisa bzw. Vater-Sohn-Probleme zwischen Otto und Axel) werden bei diesem Stück lustig rübergebracht. Dennoch kommt das Stück gänzlich ohne schwarzen Humor aus, was für mich ein großer Pluspunkt ist.

Die Darstellungen auf der Leinwand im Hintergrund (je nach Situation z. B. blauer Himmel mit Wolken, Sternennacht, Meer, usw.) haben meiner Meinung nach ausgezeichnete Qualität, die Hintergründe sehen wirklich echt aus.

Die Lieder, die es ja natürlich viel länger gibt als das Musical sodass das Musical "um die Lieder herum" geschrieben wurde, fand ich immer sehr passend. Das wurde wirklich gut gemacht. Während ich beim ersten Anhören der CD den Eindruck hatte, dass von sehr vielen Liedern die Texte sehr stark verändert wurden, und man sich das somit zu leicht gemacht hatte, hatte ich diesen Eindruck beim Live-Erlebnis nicht mehr. (Vielleicht auch deshalb, weil ich diesbezüglich schon "vorgewarnt" war.) Es wurden doch die meisten Texte so wie sie sind, übernommen und in die Handlung des Musicals eingebaut.

Zur Wiener Fassung:

• Ein Merkmal ist natürlich die Sprache, wobei allerdings nur die Frau Grabsteindl (Altersheimleiterin) und teilweise auch Otto Staudach wienerisch sprechen.

• Die "Lisa Wartberg-Show" ist natürlich eine ORF-Show (in der Hamburger Fassung wird es wahrscheinlich eine NDR-Show sein ;-) ) und findet dememtsprechend in Wien statt. Von dort starten Lisa, Axel und Florian auch die Reise nach Triest, und als sie dort das Schiff verpassen, nach Genua.

• Die Preisverleihung, als Lisa Wartberg eine Auszeichnung erhält, weil sie eine so erfolgreiche Moderatorin ist, wird von Armin Assinger moderiert, der allerdings nur zu hören ist. (Trotzdem weiß jeder, dass es sich um Armin Assinger handelt, da seine Stimme doch irgendwie typisch ist und vor allem wohl auch deshalb, weil es außer ihm nicht allzuviele kärntnerisch sprechende Moderatoren gibt.)

• Das Lied "Buenos dias, Argentinien" fehlt offenbar in der Wiener Fassung. (Da es auf der CD der Hamburger Fassung dabei ist, nehme ich mal an, dass es in der Hamburger Fassung auch wirklich enthalten ist.)

Zum Abschluss noch die Besetzung:

Lisa Wartberg ...... Ann Mandrella
Axel Staudach ...... Andreas Lichtenberger
Maria Wartberg ..... Hertha Schell
Otto Staudach ...... Peter Fröhlich (Vielen Österreichern besser bekannt als "Bezirksrat Schotil" in der Fernsehserie "Kaisermühlenblues")
Fred Hofmann ....... Andreas Bieber
Costa Antonidis .... Gianni Meurer
Florian Staudach ... Jakob Leitner
Kapitän ............ André Bauer
Gertrud Grabsteindl Linda Geider
Frau Menzel ........ Natalya Bogdanis
Steward ............ Norbert Kohler
Kellner ............ Patrick Schenk

Ich kenne davon namentlich eigentlich nur Andreas Bieber, Peter Fröhlich und Andreé Bauer, auch wenn ich die meisten anderen wahrscheinlich auch schon mal in der einen oder anderen Rolle irgendwo gesehen hatte.

Andreas Bieber wie immer wunderbar, aber auch die meisten anderen sangen für meinen Geschmack sehr gut.

Nur die Hertha Schell (Maria Wartberg) kann offenbar überhaupt nicht singen, aber die singt eh relativ wenig allein, sondern meistens nur mit dem Ensemble.

Peter Fröhlich singt da schon wesentlich besser als Hertha Schell, auch wenn er an einen Andreas Bieber meiner Meinung nach nicht herankommt.

Welche Rolle ist eigentlich die "Frau Menzel"? Im Gegensatz zu allen anderen Rollen hab ich das irgendwie nicht mitbekommen, welche Funktion in der Handlung die eigentlich hat? Ist das die Dame vom Reisebüro, oder jemand vom Schiffspersonal, oder sonst jemand ... ?
Vred
 
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