von Jim_Steinman » 18.06.2008, 00:33
So, habe grad die JCS Inszenierung in Mönchengladbach gesehen und wollte mal hier ein paar Eindrücke schildern ohne einen neuen Thread aufzumachen^^.
Zur Besetzung:
Musikalische Leitung | Giuliano Betta
Inszenierung | Reinhardt Friese
Bühne | Günter Hellweg
Kostüme | Annette Mahlendorf
Video | Frank P. Huhn
Dramaturgie | Ulrike Aistleitner, Silke Meier
Jesus | Christian Venzke *
Maria Magdalena | Kerstin Brix, Susanne Seefing
Judas | Ralf Meyring *
Pontius Pilatus | Michael Kupfer
Kaiphas | Frank Bahrenberg *, Matthias Wippich
Annas | Luis Lay
Petrus | Markus Heinrich
Herodes | Walter Planté, Thomas Schweins *
Simon | Hans-Jürgen Schöpflin, Thomas Schweins *
1. Priester | Frank Rammelmüller
2. Priester | Yasuyuki Toki
3. Priester | Jeong-Han Lee
Fragende | Katharina Ihlefeld, Bong-Kil Lee
1. Soldat | Jerzy Gurzynski
2. Soldat | Vladimir Schmurko
Fragender | Jeong-Han Lee
Insgesamt eine gelungene Vorstellung. Ralf Meyring hat eine großartige und sehr pasende Stimme für den Judas und hat die Rolle mit Inbrunst verkörpert. AN Kerstin Brix kann ich eigentlich nur ihre ungesunde Körperhaltung kritisieren, stimmlich und schauspielerisch war sie top^^ CHristian Venzke fehlte in den hohen Tonlagen ein wenig die Kraft, davon abgesehen war er aber auf ganzer LInie überzeugend und sah sogar noch gut dabei aus! Sein Gethsemane wäre bei einem etwas aufgeweckteren Publikum als dem heute Abend verdientermaßen ein Showstopper gewesen. Kaiaphas und Pilatus wären noch positiv hervorzuheben, als auch Thomas Schweins in der DOppelrolle Simon und Herodes (Herodes´ Song ist von allen am besten angekommen^^). Der Chor war gigantisch, ein großer Abstrich ist allerdings in punkto Textverständlichkeit zu machen (auch bei manchen der Priestern, deren Deutsch teilweise etwas gebrochen daherkam). Der Mix von modernen und opernhaften Stimmen fiel leider meist im Ensemble negativ auf, wobei die Hauptakteure diese Symbiose
durchaus meistern konnten. Die Inszenierung orientierte sich an der von Gale Harolds aus dem Jahre 2000, bleib aber dennoch innovativ, originell und ein wenig abstrakt. Alles sehr simpel gehalten, sehr konzentriert, mit einigen effektiven Schachzügen (professionale Lapdancerinnen in der Tempel-Szene, von oben flatternde Flyer in Hosanna, Herodes als Frank-n-Furter Verscnitt mit einem wohl an der eigenen Dekadenz erstickten Zombie-Hofstaat, Projektionen auf allen Seiten des schachtelförmigen Bühnenbildes, und einiges mehr...) und welchen, die mir persönlich missfallen haben (kein Gospelartiger Chor für Simon Zealotes, Judas wurde für den Titelsong seiner SOulgirls beraubt) aber der Inszenierung im Großen alles andere als geschadet haben. Das Orchester hätte sich ruhig ein bisschen von den Original-Arrangements entfernen und etwas freier auf die Rockschiene fahren können, bot aber alles in allem einen bombastischen Sound und erhielt einiges an verdientem Applaus. Die Übersetzung ins Deutsche fand ich überraschend gut, sehr frei und angemessen. Alles in allem ein sehr sehens- und hörenswertes Stück in einer sehr sehens- und hölrenswerten Version, die man nicht verpassen sollte!
You are young, life has been kind to you. You will learn...