Lilli Vanessi/Katharina (Kätchen) wird dargestellt von Maya Hakvoort.
Bei Fred Graham und auch bei Harrison Howell konnte ich leider nicht herausfinden, wie die Darsteller heißen, da bei der Auflistung aller Mitwirkenden in den Broschüren und auf der Internetseite des Gloriatheater.at (außer bei Lilli/Katherina und den beiden Ganoven) leider nicht dabeisteht, wer wen spielt.
Ihre Stimmen gefielen mir jedenfalls sehr gut, und die Melodien waren dafür auch gut geeignet.
Die Lieder, wo alle gemeinsam singen, haben mir klanglich nicht so gut gefallen - die Tanzleistungen waren aber auch hierbei gut gelungen.
Inhaltlich habe ich manche Szenen nicht ganz verstanden. Die Handlung im großen und ganzen war schon klar, aber z. B. bei der Szene mit dem Lied "Es ist viel zu heiß" war mir nicht ganz klar, was das jetzt im Zusammenhang mit der restlichen Handlung sollte. Bei der Szene, wo die Krankenschwestern mit dem Rollstuhl hereinkommen, war es mir zwar soweit klar, dass das die Krankenschwestern waren, die Lilli/Katharina bestellt hat, weil Fred sie verprügelt hat. Aber was der Rest dieser Szene sollte, hab ich nicht ganz verstanden.
Der Humor kommt jedenfalls nicht zu kurz. Gut gefallen hat mir hierbei z. B. die Szene, wo Fred an der Tür lauscht, während Lilli telefoniert, und Lilli das aber bemerkt und daraufhin mit einer Superklebertube mit einer schönen langen, dünnen Düse durch das Schlüsselloch den Fred "verziert". Auch sonst gibt es natürlich einige recht lustige "Nettigkeiten" zwischen den Beteiligten.
Teilweise ist der Humor aber auch sehr schwarz, z. B. wenn die Ganoven diverse Foltermethoden aufzählen. Oder als Lilli/Katharina gefesselt gegen ihren Willen auftreten muss.
Für die Wiener Aufführung wurde zusätzlich auch einiges eingebaut, was natürlich so nur in Österreich verwendbar ist.
Der Höhepunkt ist hierbei die Einlage der beiden "Ganoven" (dargestellt durch Gerald Pichowetz und Peter Lodynski), die unmittelbar nach der Pause beschließen, das Publikum um Geld zu bitten, und sich dabei über die österreichischen Politiker und Parteien lustig machen, wie es auch bei Faschings-Programmen üblich ist.
Dabei tun sie so, als ob sie in den Haaren der Zuseher und an sonstigen Stellen Münzen "finden" und fordern auch zwei Zuseher auf, aufzustehen und sich mit dem Gesicht über die Spendenbüchse zu beugen. Dann fallen den Zusehern Münzen aus dem Mund bzw. aus der
Nase
Auch wenn es eigentlich kaum mit dem Musical zu tun hat, wurde diese Einlage meiner Meinung nach sehr gut gemacht.
Danach ging es wieder weiter mit dem "eigentlichen" Musical.
Während mir in der ersten Hälfte des Musicals etwas zuviel gesprochener Text dabei war, wurde in der zweiten Hälfte dann größtenteils gesungen.
Auch fürs Auge wurde einiges geboten: Sehr gut gespielt fand ich u. a. den Esel, wo ein Darsteller die Vorderbeine und ein anderer die Hinterbeine gespielt hat und es ihnen dabei sogar einmal kurz gelungen ist, dass der Esel "Männchen" macht, also die Vorderbeine in die Luft.
Bei den gelben Kostümen, die die "Ganoven" in den letzten Szenen am Ende (statt der schwarzen Kleidung) tragen ist mir aber aufgefallen, dass die dazugehörenden Kopfbedeckungen, die auf den Fotos zu sehen sind, bei der Aufführung gestern gefehlt haben.
Sehr gut gelungen ist es bei der Produktion jedenfalls, die Brücke zu bauen zwischen Musical und Kabaret (Das Gloriatheater ist eben eigentlich auf Kabaret spezialisiert) :
Während Lilli/Katharina, Fred Graham und Harrison Howell für die musikalische Qualität sorgen, singen die beiden "Ganoven", dargestellt durch Gerald Pichowetz (Leiter des Gloriatheater) und Peter Lodynski, nur am Beginn im Lied "Premierefieber" (aber nur mit allen anderen gemeinsam) und später nocheinmal im Lied "Schlag nach bei Shakespeare" und haben sonst nur sprechende Beteiligung. So wurden auch Darsteller, die eigentlich keine Musical-Darsteller sind, elegant in das Stück eingebaut.

