Wir waren in der 2. Les Mis-Vorstellung im Dezember in Lüneburg und ich fand die Vorstellung eigentlich ganz OK. Klar, es ist natürlich ein riesiger Unterschied, wenn man es mit der großen Berliner Inszenierung vergleicht - in Lüneburg ist es nun mal nur ein kleines Stadttheater, die offensichtlich auch hauptsächlich mit einem festen Schauspieler-Stamm arbeiten, die jeden Abend in eine neue Rolle schlüpfen. Wenn für ein Stück extra passende Leute gecastet werden, sieht das nun mal anders aus, als wenn sie die bestehenden Schauspieler irgendwie "verteilen". Ein wenig komisch wirkte es nur, dass die Studenten auf den Barrikaden teilweise 40-50 Jahre und älter waren, aber das sind eben Feinheiten
Die Schauspieler waren von der Leistung her sehr gemischt. Einige waren wirklich klasse, andere wirkten eher fehl am Platz oder kamen stimmlich nicht so ganz mit. Die Darstellerin der Eponine hat die Rolle in meinen Augen sogar total verfremdet, irgendwie wirkte Eponine so, als hätte sie nicht alle Sinne beisammen und ihr fehlte dieser "niedliche" Charme.
Schön fand ich, wie sie die relativ kleine Bühne mit wenig Kulissen und Technik gut genutzt haben. Auch am Orchester konnte ich nichts aussetzen, das war alles in Ordnung.
Gastronomie habe ich im Theater keine gesehen, aber die Lüneburger Innenstadt ist nicht weit entfernt und man kann umsonst vor dem Theater parken und bequem zu Fuß in die Innenstadt gehen. Dort gibt es mit Sicherheit ein paar Lokale. Da wir in der Vorweihnachtszeit dort waren, waren wir auf dem Weihnachtsmarkt und haben von daher auf keine Restaurants geachtet.
Insgesamt fand ich die Vorstellung jedenfalls recht nett, aber bei weitem nicht so mitreißend und bewegend wie in Berlin. Normalerweise heule ich ja schon, wenn ich nur das Ende der CD höre, aber in Lüneburg hat mich das Stück nicht so sehr bewegt. Aber man darf auch nicht vergessen, dass es sich "nur" um ein kleines Stadttheater handelt und für deren Verhältnisse ist die Inszenierung von Les Mis sicherlich eines der absoluten Highlights momentan.