Billy Elliot: Als Billy Sam Angell, sehr gut, aber an der Altersgrenze, hat nicht umsonst diese Woche seine letzte Show, ansonsten hat es mir diesmal wieder hervorragend gefallen, alles hat gestimmt.
Lion King: Habe ich sehr gemocht, als ich es zum ersten Mal vor Jahren in London gesehen habe, diesmal fand ich es eher furchtbar...ist man beim ersten Mal noch von den fantastischen Kostümen und Sets geblendet, realisiert man beim zweiten Mal dann doch das schwache Buch und die Längen. War eine Matinee mit viel jugendlichem Publikum, die im zweiten Akt dann auch etwas gelangweilt und unruhig wirkten. Ausserdem sehr leise uns sehr schlecht abgemischt, teilweise war bei den Schauspielszenen kaum etwas zu verstehen. Einmal sehen, dann nie wieder...
Joseph: Wie immer unterhaltsam, die aktuelle Erzählerin um Klassen besser als die damaligen Erst- und Zweitbesetzungen. Lee Mead wirkte auch entspannter. Deutlich weniger Andrang am Eingang nach der Show, nur ca. 50 Leute, die Lee wie gewohnt lässig abfertigte. (Beim letzten Mal waren es nach einer Matinee ca. 250!)
Hairspray: Was soll man sagen? Tolle Show, mitreissende Musik und ein fantastisches Ensemble, alle Rollen in grandioser Besetzung angeführt von Michael Ball als Edna, der a) in Frauenkleidern besser aussieht b) besser singen und c) besser tanzen kann als Harvey Fierstein. Stimmung war sehr ausgelassen, ein rundherum gelungener Abend. Sehr empfehlenswert! Michael Ball an der Stage Door entspannt und wie immer und superfreundlich.
Lord of thr Rings: Zum ersten Mal seit langem wohl fast ausverkauft (Karfreitag), Show hat mir diesmal noch wieder besser gefallen, die neue Galadriel kommt nicht an Urbesetzung Laura Michelle Kelly heran, aber das war zu erwarten. Schade, dass es bald schiesst, dieses Spektakel muss man gesehen haben.
Wicked: Samstagsmatinee, volles Haus, Stimmung gut. Cast fantastisch, noch besser als bei meinem letzten Besuch. Kerry Ellis eine mehr als würdige Nachfolgerin für Idina Menzel und Dianne Pilkington die beste Glinda, die ich bis jetzt gesehen habe, mit grossem Barbie-Faktor.
Maria Friedman: Re-Arranged: Eigentlich ja kein Musical sondern der neue Soloabend von Maria Friedman (Passion, Woman in White, Erzählerin auf der Joseph-DVD). Wir waren im 4. Preview der Show, also noch work-in-progress. War an diesem Abend zum ersten Mal in der Menier Chocolate Factory und überaus begeistert von der Location. Nettes Restaurant mit Pre-Theatre Menu, kleines intimes Theater mit 150 Plätzen (freie Platzwahl), hier werde ich mir bestimmt demnächst auch mal eine Show ansehen. Das Programm bestand aus einem breiten Spektrum von Sondheim und Michel Legrand (der auch die Musik für das kommende "Marguerite" geschrieben hat) bis zu Randy Newman und Jaques Brel. Eigentlich also ein Liederabend mit persönlichen Zwischenmoderationen über Karierre und Kinder. Auch hier hat wieder alles gestimmt: die Frau hat eine geniale Stimme und singt nicht nur, sondern "performt" jedes einzelne Lied.
Highlights waren sicher "Worst Pies" aus Sweeney Todd, das von Stephen Sondheim eigens arrangierte "Sunday in the Park with Dot" und der "Trombone Song" von Michel Legrand. Indes weniger eine Hommage an Komponisten, sondern an die Arrangeure, die viele Songs speziell für diesen Abend und die hervorragende 11-Mann Band orchestriert haben. Empfehlenswert, wenn man Maria Friedman mag und demnächst in London sein sollte.
Das wars in Kürze, wer Fragen hat: PM an mich

