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Monty Python's Spamalot

Berichte über Eindrücke, Pannen etc.

Monty Python's Spamalot

Beitragvon PhilippG » 03.01.2007, 01:58

Freenet (also musicalworld.de.be) streikt momentan etwas. Weiß auch nicht wieso. Es ensteht also, wie ihr seht, ein totales Chaos auf der Seite wenn ich etwas online stelle. Hoffe, das wird in den nächsten Tagen behoben. Nunja, ich dachte, dann stelle ich meine Berichte eben auch hier rein.
Viel Spaß.


Der Hinflug mit Britisch Airways verlief wenige Tage nach dem Nebel-Chaos problemlos. Deshalb landeten wir überpünktlich bereits um 8.00 Uhr örtlicher Zeit im Heathrow Flughafen. Es folgte eine einstündige Fahrt in das Zentrum Londons, wo immer noch Weihnachtsdekoration die Regent und auch die Oxford Street schmückte. Gutes Wetter und wie sich auch später herausstellte ein sehr gutes Hotel (www.saintgeorgeshotel.com) machten den ersten Tag zu einem perfekten „Touri-Unternimm-Was“-Tag. Nachdem wir also das Fast Food beim Burger King „genossen“ haben, ging es ab zu folgenden Stationen:

[Pics findet ihr auf der Seite]

- St. Paul's Cathedral
- Covent Garden
- Piccadilly Circus (Pizza Hut schlemmern...lol)

Bericht: Monty Python’s Spamalot

Wer Monty Python kennt, weiß was ihn erwartet. Britischer Humor en masse – und was für einer. Das Stück basiert auf der ersten Filmproduktion der britischen Komiker-Truppe „Die Ritter der Kokosnuss“. Die Bühnenversion, die vom Broadway übernommen wurde, erlebte nur geringe Veränderungen für die WestEnd-Produktion. Ferner muss man sagen, dass „Spamalot“ nicht nur aus Witz und Spaß besteht, sondern auch eine tolle Partitur, sowie ein durchdachtes und natürlich lustiges Buch vorzuweisen hat. Die Story wird durch einen Erzähler eingeleitet, der die momentane Situation und die „politische Lage“ im damaligen Königreich Großbritannien erklärt. Und da kommt auch schon King Arthur angehopst, begleitet von seinem genialen Percussionist, der durch das Zusammenschlagen einer Kokosnuss ein Pferdegallopieren entstehen lässt. King Arthur, der trottelige König der Briten, bekommt also den Auftrag von Gott nach dem heiligen Gral zu suchen. Doch da er dies nicht alleine tun kann, sucht er sich zuerst seine Ritter der Tafelrunde zusammen. Nachdem ihm aber schon der erste Mann, Dennis, nicht glaub, dass er der wahre König sei, erscheint die Lady of the Lake – natürlich in Begleitung der Laker Girls. Dennis verliebt sich sofort in die Lady und begleitet deshalb King Arthur auf dem schwierigen Weg zum heiligen Gral. Dennis wird von King Arthur zum Ritter Sir Dennis Galahad geschlagen. Schnell findet Arthur mehr Anhänger. Darunter Sir Lancelot, Sir Robin, Sir Bedevere und natürlich auch Sir Not-Appearing-In-The-Show. Um jedoch Erfolg auf der Suche zu haben, trennen sie sich auf der Suche. Jeder erlebt von nun an sein eigenes Abenteuer...

Eine sehr actionhaltige Story mit klugen Witzen reicht aber nicht, um einen Erfolg zu feiern. Ein tolles Ensemble, angeführt von dem Frank ‚n’ Furter Tim Curry als King Arthur weiß ausnahmslos zu überzeugen. Tim Curry ist stimmlich stets sehr überzeugend und hat selbst beim Singen diesen ironischen Unterton, der eigentlich kaum durch Worte zu beschreiben ist. Was er darstellerisch zeigt ist, wie erwartet, weltspitze. So blöd es klingen mag: Man kauft ihm die Rolle des doofen Königs voll ab. In der deutschen Presse behauptet man zwar immer dasselbe von den deutschen „Stars“, doch sobald man so jemanden live auf der Bühne erlebt hat, weiß man genau, wie groß der Unterschied doch ist. Doch keinesfalls gehen die anderen Darsteller unter neben Curry. Vor allem Tom Goodman-Hill zeigt mit unglaublichem komödiantischem Talent einen so homosexuell-orientierten Sir Lancelot wie ihn sich nur vorstellen kann. Der Song „His name is Lancelot“ („..he likes to dance a lot“) wird mit einer grandiosen Bühnenperfomance zum Highlight des Abends. Auf der Seite des anderen Geschlechtes gibt es natürlich auch eine Person, die von Anfang bis Ende Sympathie und Blickfeld des Publikums auf sich richten konnte. Hannah Waddingham verkörperte die Lady of the Lake stimmlich faszinierend. Die stimmlich lustigen Parts, die es aber auch wirklich in sich haben, meistert sie mit einer unglaublichen Leichtigkeit, sodass man nicht an einer Stelle das Gefühl bekommt sie würde ihrer Rolle als „Diva“ in der Show untreu werden. Im Zusammenspiel mit Sir Galahad und King Arthur funktionierte alles perfekt. Das ganze Ensemble harmonierte einwandfrei miteinander. Waddingham’s Highlights waren u.a. “The Song that goes like this” den sie mit Christopher Sieber als Sir Galahad “hilarious” präsentierte. Außerdem war ihr „Diva’s Lament“ wundervoll überzogen dramatisch – genauso wie man sich das eben vorstellt.

Die Kulisse und die Kostüme sind passend zum Musical gestaltet und an keiner Stelle „zu viel“ oder „zu wenig“. Sie reichen mehr als aus, um den Abend perfekt abzurunden.
Gegen Ende weicht das Musical jedoch noch ein wenig vom Film ab. Soweit ich mich richtig erinnere erteilten die Ritter, die immer „Ni“ sagen, King Arthur, nachdem er den „shrubbery“ gefunden hatte“, die Aufgabe ein Musical-Hit zu produzieren bzw. darzustellen. Die Ritter, die nun nicht mehr „Ni“ sagen, sondern so etwas wie "Ekky Ekky Ekky Ph'tang Ph'tang ole Biscut Barrell..." , fügen jedoch noch hinzu, dass es nicht auf Andrew Llyod Webber Niveau, sondern auf einem höheren sein soll. Jedoch braucht man ja, um Erfolg im Showbiz zu haben Juden, wie Sir Robin feststellt. Somit haben Arthur und Co nun die nächste gar unlösbare Aufgabe.

Wer also britischen Humor und Monty Python mag, sollte sich das Stück unbedingt ansehen. Dann entwickelt sich Spamalot zu einem absoluten Objekt, das man gar in die Sparte „Meine Lieblingsmusicals“ einordnen kann. Für Menschen die vorwiegend Sondheim oder Musicals wie LesMiz vorziehen, ist das Stück nur sehr bedingt empfehlenswert. Wie man aber sieht, trifft der britische Humor auch bei einem Deutschen perfekt ins Schwarze.
Some people freeze out of fear that they'll fail, but I keep rollin' on.
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PhilippG
 
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