von oli » 05.11.2006, 20:49
war am samstag, 04.11.06 im musical Mozart!, was ja eines meiner lieblingsmusicals ist. aber gleich mal vorne weg: diese ungarischen version hat mich nicht sonderlich begeistert.
dieses sureale, bunnte und künstlichen bühnenbild hat mich viel weniger angesprochen, als die bühnendekors aus wien und hamburg. es war zu „ausserirdisch“ für dieses musical und für meinen geschmack.
die ohrwürmer von s. levay waren natürlich wie gewohnt gut, obwohl ich auch da abstriche machen muss. leider wurde mein favoritensong „abschied“ (hamburger aufführung) nicht gespielt, obwohl man einige änderungen aus deutschland einfliessen liess. schade auch, dass der song „was für ein grausames leben“ durch eine umgeschriebene „wie wird man seinen schatten los“ version ersetzt wurde.
letzteres lied, so wie auch „dich kennen heisst dich lieben“ wurden zu schnell gespielt, wobei gefühl und dramatik verloren gingen.
eigentlich mangelte es an der gesamten inszenierung etwas an gefühl. in wien oder hamburg spührte ich noch wahre liebe zwischen mozart und constanze und in münchen ging es eher um spass und --- zwischen den beiden. ob das an yngve oder an der regiearbeit lieben mag, bleibe nun dahingestellt.
gesanglich hat mir patrick stanke mit seiner starken stimme äusserst gut gefallen. locker kann er mit yngve, rasmus und fritz schmid (sowieso) mithalten. leider konnte man ihn aber ohne „puderlocken“ und mit seiner postur nicht wirklich als mozart ernst nehmen. es passte einfach nicht. dazu spielte er einen wirklich dümmlichen mozart. eine kopie des mozarts aus dem film „amadus“ von milos forman. das lachen und benehmen von patrick stanke war genau so doof, wie das von tom hulce (amadeus). schon in diesem film hat es mich genervt.
bei den ungarischen darstellern haben mir attila bardoczy (leopold), szilvia molnar (nanerl) und zoltan bereczki (schikaneder) gut gefallen. attila nemeth als colloredo spielte zwar sehr stark, sang aber wie ein schaf (mhä-hä-hä-hä-hä).
Leider war das deutsch nur bei patrick lupenrein. den darstellern hörte man an, dass sie aus dem osten kommen, obwohl man alle sehr gut verstanden hat und sie nur sehr wenige fallfehler gemacht haben (sie sprachen so akzentfrei hochdeutsch, wie ich es in etwa kann).
im vergleich zur wiener- oder hamburger inszenierung, hat mich diese etwas enttäusch. trotzdem war sie nicht schlecht und hat sie mich dennoch gut unterhalten. bin aber schon nur froh, dass ich dieses geniale musical wieder einmal gesehen habe.