So, hier mein - mal wieder - viel zu lang geratener Bericht von den Vampiren. Viel Spaß beim Lesen!
Bericht – Tanz der Vampire – 18.03.2008
Vorneweg: Das alles ist mein persönlicher Eindruck, wie ich die Show erlebt habe, ich möchte keinen hier beleidigen oder sonst irgendwie schaden!
Dank relativ günstiger Tchibo-Tickets war es mir doch noch möglich gewesen, unserer Hauptstadt und somit auch den Vampiren einen kleinen Besuch abzustatten. Nach einem netten Tag in Berlin ging es abends endlich zum Theater des Westens – eines der schönsten Theater, das ich JE gesehen habe! Allein schon die Fassaden… Ein Traum!
Im Theater selbst wird man am Souvenirstand sein Geld auch recht schnell los. Zum Glück wurden bei den Vampiren Picturebook und Castheft noch nicht getrennt, da bekommt man beides noch für „nur“ 12,50€… Und gleichzeitig natürlich die Besetzungsliste für die heutige Show:
Graf von Krolock -
Mathias Edenborn
Sarah -
Katrin Löbbert
Professor Abronsius -
Sven Prüwer
Alfred -
Kevin Köhler
Chagal -
Jerzy Jeszke
Magda -
Danielle Veneman
Herbert -
Haldor Laegreid
Koukol -
Philipp Hägeli
Rebecca -
Maike Katrin Schmidt
Tanzsolisten -
Kym Boyson, Silvano Marraffa, Vanni Viscusi
Gesangsolisten -
Michel Driesse, Florian Theiler
Tanzensemble -
David Baranya, Hannah Carter, Bart de Clercq, Tiziana Doneda, Phillip Kempster, Silvia Lambertoni, Kimberly Trees
Gesangsensemble -
Eva Maria Bender, Andrea Casati, Marion Furtner, Anne Hoth, Nina Janke, Svenja Kühl, Christopher Tölle, Jakub Wocial
Dirigent - Bernd Steixner
Mit leichter Verspätung verdunkelte sich der Saal des Theater des Westens. Mein Platz war für den Preis (PK3) eigentlich sehr gut, Parkett Reihe 25 links. Man war zwar recht weit von der Bühne entfernt, mit etwas Mühe konnte man aber noch ein bisschen Mimik erkennen und immerhin war der Überblick sehr schön. Auch wenn der Platz da hinten durch das niedrige Hochparkett recht „kuschlig“ wirkte… Kurz darauf erklang die Ouvertüre von einem absolut gigantischen Orchester. Es kommt ja immer häufiger vor, dass das Orchester auf eine geringe Anzahl schrumpft, was hier Gott sei Dank nicht der Fall ist. Der einzige Mangel ist, dass der Ton etwas leise gemischt ist, ein bisschen mehr Lautstärke könnte nicht schaden!
He, Ho, He, Professor - Kurz darauf betritt ein sehr schüchterner und vor allem zaghafter Alfred die Bühne. Bei diesem Lied wirkte er irgendwie (bewusst?) sehr unsicher.
Knoblauch - Dann zeigt sich zum ersten Mal das hervorragende Ensemble. Durch die Bank einwandfreie Sänger und Tänzer. Knoblauch war also ein klasse Einstieg, besonders wenn man einzelne Ensemblemitglieder beobachtet. Total faszinierend, wie sehr sie in ihren Rollen stecken! Besonders hierbei Kevin Köhler als Alfred – jetzt nicht mehr ganz so schüchtern wie in der ersten Szene.
Eine schöne Tochter ist ein Segen - Ach, was für ein herrlicher Chagal Jerzy Jeszke doch ist! Sowohl im Schauspiel aus auch im Gesang überzeugt er ohne Mühe, man kauft ihm seine Rolle von der ersten Sekunde an ab. Klasse!
Ein Mädchen das so lächeln kann - Jetzt zeigt Kevin Köhler deutlich, was er drauf hat, er braucht sich wirklich nicht vor anderen Alfreds verstecken! Katrin Löbbert als Sarah legt hier die Messlatte sämtlicher Sarahs auf einmal ganz hoch. Eine so klare Stimme habe ich in der Rolle noch nie erlebt. Diese ist wirklich ein Segen, der einen vielleicht nicht meschugge, aber ganz gewiss neidisch, bzw. bewundernd macht. Sehr schön war in dieser Szene auch das Zusammenspiel zwischen Kevin und Katrin, die beiden wirken einfach süß zusammen.
Gott ist tot - Erster Auftritt von Mathias. Da beneidete man schon diejenigen, die das Glück hatten, in Reihe 14 zu sitzen, was sich im Laufe des Abends noch häufen sollte… Das erste, was an Mathias auffällt, ist und bleibt einfach sein Akzent. Er spricht zwar ein recht flüssiges Deutsch, aber an der Aussprache kennt man es doch. Dadurch geht für mich auch ein wenig des leidenschaftlichen, bzw. geheimnisvollen Krolocks verloren, sodass die Szene zwar schön gesungen ist, aber ich sehe noch keinen Krolock, der mich in den Bann zieht.
Alles ist hell - … und Sven Prüwer glänzt mit seinem Abronsius nicht nur im Tageslicht, sondern auch im mehrfachen (verdienten) Szenenapplaus. Zwischendurch bekommt er zwar ab und zu kleine Luftprobleme und stolpert über die eine oder andere Silbe, aber das tut seinem fantastischen Auftritt keinen Abbruch und er schafft es, bis zum Schluss hin in Sachen Schauspiel und Geschwindigkeit noch einen draufzusetzen. Hätte ich nicht erwartet, super! Achja, und Phlipp Hägeli ist ein toller Koukol =)
Du bist wirklich sehr nett - Sarah zeigt sich von ihrer verführerischen Seite, Alfred ist völlig hin und weg von ihr – genauso wie ich von Katrin und Kevin. Hier bleibt nicht viel zu sagen, die beiden spielen so herrlich zusammen, Katrins Stimme ist einfach der Wahnsinn. Sarah ist richtig neckisch und spielt mit Alfred. Süß!
Einladung zum Ball - „Guten Abend, hab vor mir keine Angst…“ Das hat man leider auch nicht. Wie schon vorher singt Mathias seinen Teil sehr souverän, aber der absolute „Wow-Effekt“ bleibt leider aus. Und sogar in Reihe 25 kann man noch erkennen, dass das definitiv nicht Mathias als Graf ist, der auf dem Dach steht
Draußen ist Freiheit - Eines der schönsten Lieder, die Kevin Köhler dargebracht hat. Seien Stimme harmoniert sehr schön mit Katrins, was richtig Gänsehaut aufkommen lässt!
Die Roten Stiefel/Stärker als wir sind - Die beiden Lieder nehm ich hier zusammen, weil sie für mich einfach zusammengehören. Und weil es gleichzeitig eine der absolut schönsten Szenen im gesamten Stück ist!! Angefangen bei hervorragenden Tänzern – besonders die „Doubles“ von Sarah und dem Grafen wirbeln atemberaubend über die Bühne. Dann – Katrin und Mathias im Duett – wunderschön!! Das ist das erste Mal im Stück, wo ich ihm seinen Grafen zu hundert Prozent abkaufen kann. Der Gesangsteil mit dem Ensemble bei Stärker als wir sind fasziniert nur noch mehr. Die Melodie ist so wunderschön und geht einfach unter die Haut, besonders als Sarah und der Graf, Mathias hier total stark und als „beherrschender“ Vampir, dann noch ihren Teil drüber singen. Fantastisch!!!
Wusha, Busha - Schön gesungen von allen, auch toll gespielt, vor allem von Sven Prüwer, sein Abronsius ist hier total komisch, aber nicht überzogen herübergekommen.
Tot zu sein ist komisch - Wow! Danielle Veneman spiegelt hier so viele Emotionen wieder, gleichzeitig überzeugt sie mit einer sehr kraftvollen und klaren Stimme, so dass man beinahe sauer auf Chagal ist, als er sie unterbricht… Danach ein herrliches Spiel zwischen Abronsius, Alfred und Chagal, besonders allerdings von Jerzy.
Seid bereit - Die Vampire bevölkern die Logen gleich über der Bühne. Gerade, dass sie nicht kopfüber herunterpurzeln… Gesanglich super, nur leider versteht man vom Text quasi gar nichts. Für mich nicht ganz so schlimm, aber meine Begleitung fand es schon sehr schade, verständlicherweise.
Wohl der Nacht - Sehr schön von Mathias gesungen, besonders der „verletzliche“ Teil seines Krolocks kommt hier sehr zu Tage. Nur fehlt mir bei ihm hier einfach noch das Vermitteln einer gewissen Ehrfurcht gegenüber seinem Grafen. Haldor Laegreid macht jetzt schon Lust auf mehr von seinem herrlichen Herbert! Eins A Auftritt von ihm, er ist von der ersten Sekunde an völlig… nunja, Herbert, wie er leibt und lebt!
Entr ’Acte - Habe ich schonmal erwähnt, wie toll ein voll besetztes, 22-Mann-Orchester klingt? Ja? Trotzdem noch einmal – es ist SO klasse! =)Wie gerne würde ich mal eine Show „von unten“ beobachten… Der Dirigent, Bernd Steixner, ist richtig zu beneiden
Totale Finsternis - Eines meiner Lieblingslieder – und das wunderschön von Mathias und vor allem natürlich Katrin gesungen. Eine Traum-Sarah ist hier gefunden worden!
Carpe Noctem - Tolle Solisten und noch tollere Tänzer. Diese Szene ist fantastisch anzuschauen, da bleibt einem nur der Neid, bzw. die Bewunderung für solche Bewegungstalente. Besonders auch bei manchen die Körperbeherrschung, wenn sie ganz langsam, kopfüber vom Bett oben herunter sinken…
Ein Guter Tag - Eine nette Szene, aber nichts, was besonders auffallen würde. Obwohl – einen total herzigen Koukol darf man nicht vergessen =). Man hat richtig Mitleid mit dem armen Kerl…
Für Sarah - Schön. Einfach nur total schön gesungen von Kevin. Er blüht richtig auf in seiner Rolle!
An so einem Tag - Hier bleibt nicht viel zu sagen, beide – Abronsius und Alfred – überzeugen mit fabelhaften Schauspiel, besonders Sven Prüwer als Professor. Als er am Geländer hängen bleibt und von dort oben weiterspielt – man kann das laute Lachen wirklich nur schwer zurückhalten bei seiner Gestik!
Jeder saugt das Blut des anderen - Super gespielt und auch gesungen von Jerzy und Danielle. Die beiden sind ein tolles Paar auf der Bühne!
Bücher - Und wieder einmal ein berüchtigter Szenenapplaus für Sven, bzw. Professor Abronsius. Genial!
Gott sei Dank, du lebst – Wieder einmal schönes Spiel zwischen Katrin und Kevin, wie immer.
Wenn Liebe in dir ist - Oh. Mein. Gott. Wie göttlich kann man einen Herbert und wie göttlich kann man den Alfred dazu überhaupt spielen. Haldor Laegreid ist schier perfekt in der Rolle, man kriegt sich vor lachen einfach nicht mehr ein. Sogar alleine bei der Erinnerung an die Szene gerade, kommt mir das Lachen. Als Alfred einmal durchs Parkett saust, auf der anderen Seite wieder auf die Bühne kommt – nichtsahnend, dass Herbert hinter ihm steht… Weltklasse! Genauso das Spiegelbild zu Alfred, mir ist es bis heute ein Rätsel, wie man das SO genau hinkriegt, da muss ja quasi jede Bewegung abgesprochen sein…
He, Ho, Professor - Ähm – wurde Mathias vielleicht durch seinen (nicht vorhandenen) Zwillingsbruder ausgetauscht? Von dieser Szene an war er ein tiefgründiger, furchteinflößender und geheimnisvoller Graf, wie ich es mir vorher gar nicht vorstellen konnte bei ihm. Gar kein Vergleich zum ersten Akt! Spätestens jetzt war ich wieder total auf seine Unstillbare Gier gespannt…
Ewigkeit - Wieder eine super Ensembleszene. Hier gabs auch keine Textverständnisprobleme mehr. Nur schade war, dass die Lautstärke wie schon zu Anfang sehr zurückgehalten wurde. Aber das tut ja der Leistung der Sänger keinen Abbruch. Und wieder einmal beneidet man die Reihe 14-Sitzer ^^.
Unstillbare Gier - Die Spannung hat sich definitiv gelohnt. Während des ersten Aktes war ich mir nicht sicher, ob Mathias mit diesem Lied überzeugen könnte, doch spätestens nach den ersten Takten verflogen diese Zweifel. Es war einfach berührend, bewegend, ging unter die Haut. Hier hat er alles wieder gut gemacht, überzeugte in ganzer Linie. Wunderschön!
Szene im Tanzsaal - Da fass ich jetzt alle Lieder zusammen, besonders viel bleibt eh nicht zu viel sagen. Mathias ist bei gleicher Klasse wie schon zur Unstillbaren Gier geblieben und spielt auch seinen Krolock jetzt so wunderbar verführerisch.
Reprise: Draußen ist Freiheit - Katrin, bzw. Sarah mal ganz anders =) Ein nettes kleinen Biest spielt sie hier… Mehr braucht man zu den beiden auch gar nicht sagen.
Finale: Tanz der Vampire - Noch eine meiner Lieblingsszenen, sowohl tänzerisch als auch sängerisch. Das Lied ist einfach genial, vor allem mit diesem Ensemble. Der einzige Nachteil – es ist gleichzeitig das Ende einer wirklich tollen Show.
Fazit: Eine sehr interessante Besetzung (meiner Meinung nach) lieferte eine hervorragende Leistung ab! Mathias Edenborn hätte gerne etwas früher seinen „2.Graf“ herausholen könne, aber okay. Dafür hat er sich bei der Unstillbaren Gier so richtig ins Zeug gelegt – und nicht, dass mich jemand falsch versteht, gesanglich war er auch vorher schon klasse. Nur hat eben dieser Schliff zum Grafen noch gefehlt. Was auch immer der Anstoß im 2.Akt war - er selbst meinte an der SD, er habe im 2.Akt doch nur noch gelacht? – Gott sei Dank kam er. Und zumindest ab dem Moment habe ich letztendlich fast vergessen, wie genial die Erstbesetzung ist. Aber nur fast. Katrin Löbbert war eine gigantische Sarah, und ist zu meiner Lieblings-Sarah aufgestiegen. Bin gespannt, ob sie bald als Jane über die Bühne schwingt. Irgendwie würde sie mich ja auch total als Glinda interessieren! Kevin Köhler war ein richtig toller Alfred, auch wenn ich gerne Andrea in der Rolle gesehen hätte… Wie man schon lesen konnte, Jerzy als Chagal hat ebenfalls in ganzer Linie überzeugen können. Was mir insgesamt noch aufgefallen ist – die Bühne und dadurch das Bühnenbild sind wirklich sehr, sehr klein im TdW. Bin gespannt, wie das Ganze am Ende in Oberhausen aussehen wird – auch wenn es fraglich bleibt, ob ich es dort jemals sehen werde…