Vorige Woche war ich im Wiener Ronacher beim Musical "The Producers".
Gefallen hat es mir mittelmäßig. Also nicht schlecht, aber es hat mich auch nicht wahnsinnig vom Hocker gerissen.
Musikalisch finde ich es ganz nett, es wird halt relativ viel vom dem Text nur gesprochen.
Aber das was gesungen war, wurde sehr gut gesungen!
Inhaltlich ist es ein sehr humorvolles Stück, und in dieser Hinsicht sehr nach meinem Geschmack;
Allerdings ist das Thema, über das es sich lustig macht, sehr gewagt, eigentlich an der Grenze zur Geschmacklosigkeit. Das ist mein großer Kritikpunkt. Dabei hätte es sicher genügend andere Themen gegeben, über die man sich genausogut lustig machen könnte.
Abgesehen davon gefiel mir der Humor aber sehr gut, es war wirklich sehr unterhaltsam, man konnte sehr viel lachen.
Nicht nur die beiden "Produzenten" Max Bialystock und Leo Bloom, sondern auch die "Ülla aus Schweden" war genial! (Ist es eigentlich wirklich so, dass Schweden kein "u" sagen können, und stattdessen immer "ü" sagen, also "Ülla", "Blüüm", usw.? Oder war das auch nur ein Gag für dieses Musical?)
Was ich an der Handlung aber nicht ganz 100%ig verstanden habe: Also die Produzenten Max Bialystock und Leo Bloom wollen ja mit Absicht einen Flop kreieren, um mit dem Geld abhauen zu können. Soweit klar.
ABER: Das Geld verdienen sie ja offenbar nicht etwa mit dem Musical, sondern dadurch, dass Max Bialystock sich als männlicher Prostituierter (für ältere Kundinnen) betätigt. Es geht also nur darum, Einnahmen am Finanzamt vorbeizuschwindeln?
So entsteht ja die Idee: Der Steuerprüfer Leo Bloom entdeckt eine unrichtige Stelle in der Bilanz und Max Bialystock verweist darauf, dass das ja nur ein Flop gewesen sei, worauf der Plan mit dem absichtlichen Flop entsteht.
Ist das ganze also nur reine Steuerhinterziehung? Wie gesagt, so ganz 100%ig verstehe ich das nicht ...
Aber es hat jedenfalls Spaß gemacht.

