Also gut.
Nun ein kurzer Wicked-Bericht von meiner Seite.
Da sich der Bericht sehr euphorisch und verrückt anhören wird, möchte ich mich gleich mal entschuldigen

Sorry... es gab so gut wie keinen Kritik-Punkt.
Wicked ist momentan mit Abstand das beste Musical des momentanen Musical-Markts. Das Zusammenspiel von Musik, Charakteren, Kulisse, Kostümen und allem drum und dran funktioniert nirgendwo so gut wie bei Wicked. Abgesehen davon harmoniert alles nicht nur wahnsinnig gut, es befindet sich auch alles auf einem so extrem hohen Niveau, dass man fast schon ankommt, was denn die anderen Musical-Produzenten nur noch für einen „Kram“ rausbringen (Daddy Cool, Jersey Boys etc.) . Das einzige Musical, das bisher in meinem Vergleich einigermaßen standhalten konnte, war RENT, das ich im Dezember 2005 in Frankfurt erleben durfte.
Gut, aber nun wieder zu Wicked^^
Nun... man geht mit Erwartungen in die Show, die so enorm hoch sind, dass man sich eigentlich schon vor der Show fragt: Können meine Erwartungen überhaupt übertroffen werden? Und die klare Antwort ist ja. Alleine die zauberhafte Landkarte und die Time Dragon Clock im Saal sind so magisch, dass sich das Eintrittsgeld fast schon für diesen Augenblick lohnt. Gut, die Show beginnt also, was jetzt passiert muss man erlebt haben. Ein so energiehaltiges Ensemble, habe ich wirklich noch selten erlebt. Dass „No one mourns the wicked!” so energisch wirken könnte, war bisher nur unvorstellbar. Helen Dallimore machten gleich ein tollen Job als Galinda. Aber nun... der Saal ist explodiert, als die leibhaftige Tony-Award Gewinnerin Idina Menzel auf die Bühne kam. Es ist so unbeschreiblich. Da hat man die Chance Wicked zu sehen... und dann noch mit Idina Menzel. Es ist wie Geburtstag und Weihnachten für ein ganzes Jahrzehnt. Ihr erster Song „The Wizard and I“ … es ist einfach nicht zu beschreiben (sorry an der stelle. Es war einfach so viel nicht zu beschreiben xD). Es ist einfach POWER-BELTING. So ne Gänsehaut, wie bei „feeling things I’ve never felt“ hatte ich vor dem tag echt noch nie (aber die Gänsehaut wurde an dem Abend noch übertroffen). „What is this feeling“ war auch super-lustig. Helen hat den ganzen Abend wunderbar mit Idina zusammengespielt. Erstaunlich auch wie gut Menzel schauspielerisch ist. Ich meine... man denkt immer: Elphaba. Was für ne stimmliche Herausforderung für eine Darstellerin ! – klar, ist es eine stimmliche Herausforderung. Aber die schauspielerische Leistung hat es auch wahnsinnig in sich. So glaubhaft, wie sie Elphaba spielt (hab zwar kein Vergleich, aber ich hab echt nicht eine Sekunde lang daran gezögert, dass sie Elphaba ist).
Martin Ball machte seine Arbeit bei „Something bad“ sehr gut. Als Fiyero sah ich nicht Adam Garcia, sondern Oliver Tompsett und zu dem kann ich nur sagen: Stimmlich der Wahnsinn. Norbert Leo Butz lässt grüßen. Er hat aus „Dancing through life“ wirklich alles rausgeholt. Tänzerisch wirkt er wegen seiner hohen Körpergröße ein wenig kantig. Das störte aber nicht weiter. „Popular“ war absolut „hilarious“. Helen hat mich in dieser Szene absolut überzeugen können. Vorher wurde oft erwähnt sie würde sehr ernst spielen. An dem Tag fand ich eher, dass sie an manchen Stellen ein wenig zu ... blond... war. Aber bei „Popular“ ist das sicher kein Fehler. „Toss Toss!“ sag ich bloß xP
„I’m not that girl“, war sehr sehr „weich“ von Idina gesungen. Auch dies war einer der absolut schönsten Momente des Musicals. Der tolle Hintergrund und dann noch der Regen. Echt wunderschön^^
„One short day“ mit den neuen Chorsätzen ist zum mitreißesten Ensemble-Song geworden.
Auch die Kulisse in grün ist einfach ... sie ist einfach irgendwie geil^^
Dann der Wizard von Nigel Planer à sehr sentimental und ein toller Humor.
Es folgte Miriam Margolyes mit ihrer richtig schön übertriebenen, furch-einflößenden Ansprache. Und im Hintergrund ertönte schon die geilste Akkordfolge, die die Welt zu bieten hat: BAAAAAAAAA BA BA BA BAAAAAAAAA
Nun, „Defying Gravity“ ist mit Abstand die beste Szene, die die Musicalwelt zu bieten hat.
Diese enorme Spannung die sich am Anfang aufbaut. Und dann nur dieser eine Satz „It’s the wizard who should be afraid – of me!” und ab “…anymore!” ist klar, warum Wicked momentan einfach das Maß aller Musicals ist. Zu DG selbst bleibt nicht viel zu sagen, als „besser geht’s nicht“. Die besten Sekunden Musicalgeschichte finden ab „I’m the one you want! It’s me ! It’s meeeeeeeeeeee“ statt. Idina beltet das Apollo Vicoria zu Grund und Boden. So eine Power in Musik und Darstellerin ist... das gibt’s sonst einfach nicht. Und dann noch das Abheben. Ebenfalls zu erwähnen: Ich hab schon viele DG’s auf youtube gesehen. Idina war stimmlich nicht einmal so gut drauf, wie an diesem Tag. Hört euch das von ihrer letzten an, dann wisst ihr auch wie’s am Tag davor war.
Pause. Ich hab immer noch gezittert und ich war definitiv nicht der einzige. Dann ging’s los in die Klo-Schlacht. Ihr könnt euch vorstellen, was los ist wenn ca. 50% aller Männer im Parkett auf eine Toilette müssen.
Der zweite Akt ist im Vergleich zum ersten einen Tick schwächer aus meiner Sicht, d.h. der zweite Akt ist „nur“ der zweitbeste der ganzen Musicalgeschichte
Da ich heut aber auch noch was anderes vorhab, nur ne wirkliche Kurzfassung.
„As long as you’re mine“ war viel besser als auf der CD. Die Szene hat soviel Energie. Erstaunlich war auch, dass Oliver Tompsett neben Idina definitiv nicht unterging.
Heldenhaft schwingte sich jener auch in die Schlacht um Elphaba zu retten. Dafür wird aber wie wahrscheinlich die meisten wissen auf’s Feld befördert xD
Dann schreit Helen „No, don’t hurt him Fiyerooooo“ und darauf dann das geilste, geilste ultra-hyper-power-belt „FIIIYYEEROOOOOOOOOOOOOOO“ von Idina, das Helen’s 1000x wegpustet. „No good deed“ ist Idina absolut wie auf den Leib geschrieben. Absolute Hammer-Performance. Auch das Licht ist in der Szene so genial eingesetzt. Der zweitbeste Moment fängt beim „Fiyero... FIIYEEROOOOOOOOO“ in der Mitte des Songs an und endet natürlich mit „No good deed, will I do ... again!“
„For good“ ist absolut bewegend. Da Helen leider sehr „staccato“ (fast sogar rezitativ) singt, geht ein Stück von dem Gänsehaut-Potenzial des Songs verloren.
Das Ende will ich nicht verraten. Wobei es die meisten wahrscheinlich sowieso schon kennen
Das war’s.
Some people freeze out of fear that they'll fail, but I keep rollin' on.