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Marie Antoinette

Diskussionen rund um Musicals / Produktionen

Beitragvon duketgg » 31.01.2009, 16:05

Pudelkopf - geb. am 8. Februar 1986
Maricel - geb. am 5. Februar 1976

Naja, die paar Jährchen kann man gerade noch mit Schminke gut kaschieren...

Und die Erste Kritik ist inzwischen auch schon da:
Emotionale Europapremiere von «Marie Antoinette»
Bremen (dpa) - Wunderschöne Kostüme, mitreißende Balladen und ein beeindruckendes Bühnenbild - das Musical «Marie Antoinette» hat am Freitagabend bei der Europapremiere in Bremen das Publikum begeistert. Mit Jubelrufen und Ovationen bedankten sich die Zuschauer.

Sie honorierten damit im Musicaltheater der Hansestadt die Leistung der Darsteller in einer dreistündigen, kurzweiligen Show. Das emotionsgeladene, farbenprächtige Drama des Erfolgsduos Michael Kunze und Sylvester Levay («Elisabeth», «Mozart!») erzählt das schillernde Leben der französischen Königin Marie Antoinette (1755-1793) von ihrer Krönung bis zu ihrem Tod auf dem Schafott.

Das Stück um Liebe, Feindschaft und blutige Revolution wurde bereits im November 2006 in Tokio uraufgeführt und für die Europapremiere noch einmal überarbeitet. Die Inszenierung mit Produktionskosten von fünf Millionen Euro zeigt das Theater Bremen in Kooperation mit dem Musicaltheater.

Die in Nürnberg aufgewachsene Italienerin Roberta Valentini (27) kann als Monarchin darstellerisch und gesanglich überzeugen. Doch niemand zieht das Publikum an diesem Abend so stark in seinen Bann wie Sabrina Weckerlin, die die Gegenspielerin der Königin verkörpert. Sie spielt die frei erfundene Figur der Bettlerin Margrid Arnaud mit großer Intensität und sorgt mit ihrer herausragenden Stimme vor allem bei den gefühlvollen Liedern für Gänsehaut. «Warum Sie, warum nicht ich?», singt Margrid zu Anfang herzzerreißend in ihren grauen Lumpenkleidern, bevor die beschwipste Marie Antoinette sie demütigt und aus einem prunkvollen Ballsaal wirft. In ihrem Hass auf die verschwenderisch lebende Königin wird Margrid zur Revolutionärin.

Der Kontrast zwischen den beiden Frauen und ihren Lebenswelten verdeutlicht Regisseur Tamiya Kuriyama mit rasanten Szenenwechseln zwischen den rauschenden Festen am Hof von Louis XVI. und den dunklen Pariser Elendsvierteln. Zwei Drehbühnen und ausgefeilte Lichteffekte sorgen für zusätzliche Dynamik.

Das dramaturgisch gut gebaute Musiktheater schildert nicht nur die berühmte Halsbandaffäre, sondern auch Marie Antoinettes Liebe zu dem Grafen Axel von Fersen (Patrick Stanke). Ihr Herzschmerz-Duett «Du wirst mir nie gehören» hat Ohrwurm-Charakter. Immer wieder gibt es Szenenapplaus, auch für die starken Choreinlagen. Leider ist der Chor teilweise so laut, dass der Gesang der Hauptdarsteller nicht zu verstehen ist. Levays Musik verbindet nach seinem bekannten Erfolgsrezept Klassik mit Rock-Pop.

Das Stück endet mit Marie Antoinettes Hinrichtung wegen Hochverrats. Der dramatische Abschied von ihren Kindern, die Versöhnung mit ihrer Feindin Margrid - an diesen Stellen ist die Inszenierung mitunter etwas zu rührselig. Trotzdem ist «Marie Antoinette» gelungene Musical-Kost, die die hohen Erwartungen erfüllt. Bis zum 31. Mai ist die Aufführung in Bremen zu sehen, danach soll sie auf Tournee gehen.

www.musicaltheater-bremen.de

© sueddeutsche.de - erschienen am 31.01.2009 um 12:28 Uhr
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duketgg
 
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Beitragvon miss_t » 31.01.2009, 20:20

...auf Duke ist halt Verlass...DANKE :D
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miss_t
 
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Beitragvon duketgg » 01.02.2009, 10:58

Bitte - bitte.

Zweite Kritik:

Glanz und Elend einer kapriziösen Königin
Das Musical "Marie Antoinette" von Michael Kunze und Sylvester Levay hatte am Richtweg Europa-Premiere

Von Sigrid Schuer


BREMEN. Ein kleiner, gleißender Lichtkreis ist alles, was von dem glamourösen Pomp bleibt, mit dem sich die letzte Königin von Frankreich einst umgab. In einem abgetragenen Kleid sitzt Marie Antoinette mit schlohweißem Haar in diesem Lichtfleck. Das Premierenpublikum im Musical Theater hält den Atem an.

Sic transit gloria mundi - aller Glanz auf Erden ist vergänglich, diese Erkenntnis macht nachdenklich. Jeder lebt für sich allein, jeder stirbt für sich allein. Dieser bitteren Erfahrung kann auch die französische Königin nicht entkommen. Der japanische Regisseur Tamiya Kuriyama, der in Bremen die umjubelte Europa-Premiere des Musicals "Marie Antoinette" inszeniert hat, setzt im Schlusstableau auf sinnfällige Symbolik. Wie eine mater dolorosa legt sich die Königin in Kreuzigungspose unter die Guillotine, ein überdimensionales Fallbeil saust lautlos herab. Ein unbeflecktes, weißes Kleid ist das einzige, was von Marie Antoinette übrig bleibt. Symbol für die Größe einer Frau, die durch Schmerzen Demut lernt. "Eine Königin flieht nicht", lehnt sie stolz die Rettung durch ihren Geliebten Axel von Fersen ab.

Es ist die Stunde von Roberta Valentini, wenn sie als Marie Antoinette trotz aller Schmach über sich hinauswächst und vom Glanz ihres Thrones herabsteigt. Anders als ihre Gegenspielerin Margrid Arnaud kennt sie keinen abgrundtiefen Hass. Und doch sind die beiden Frauen illegitime Schwestern. Die großen Gefühle, mit denen das angedeutet wird, hat Komponist Sylvester Levay in eine zarte Spieluhren-Melodie verpackt, die unter die Haut geht.

"Der Himmel ist leer, Gottes Engel ließ uns allein. Ich weine nicht mehr" - wenn Sabrina Weckerlin als Margrid das mit großer, modulationsfähiger Stimme vor rauchenden Barrikaden singt, klingt das dagegen wie ein Fanal. Bei solch bezwingender Bühnenpräsenz, hat es die Königin zunächst schwer, sich zu behaupten. Roberta Valentini gibt das kapriziöse, aufbrausende Luxuskätzchen, das schon mal raffiniert die Krallen ausfahren kann, wenn es nicht nach seinem hübschen Köpfchen geht. Frankreich vor dem Staatsbankrott? So what? Das ist der beim Volk verhassten Österreicherin doch schnuppe. "Ich will leben, ich will jung sein und vergnügt", nach dieser Devise flippt sie mit einer um eine Spur zu gleichförmigen Stimme als Party-Königin in einem riesigen, von einem Meer von Kerzen beleuchteten, an Versailles erinnernden Spiegelsaal in immer neuen, verschwenderischen Roben über die Bühne. Jacky Davenport beweist hier erneut, welch eine ausgezeichnete Choreografin sie ist. Marie Antoinette kippt Margrid schließlich aus einer Laune heraus ein Glas Champagner über den Kopf. Der Kontrast zu dem abgerissenen Lumpenproletariat, das draußen in den finsteren Gassen von Paris verhungert, könnte kaum größer sein.

"Marie Antoinette" ist die Geschichte einer Demütigung, die die Klosterschülerin Margrid erst zur Hure und dann zur Revolutionärin werden lässt. "Ich habe verlernt, zu verzeihen", singt sie. Eine Geschichte, in der Regisseur Kuriyama mit dezenten Mitteln zeigt, dass Menschen zu Tieren werden können, wenn man sie zu lange wie Tiere behandelt. So sagt es zumindest die junge Revolutionärin Margrid. Michael Kunze trifft mit diesem bemerkenswert ernsten, in weiten Teilen historisch authentischen Sujet, den Nerv der Zeit. Eher eine Seltenheit in einem Genre, das gemeinhin nicht gerade durch Tiefgang glänzt. Der Autor lässt sie alle aufmarschieren, die Speichellecker, die von der Königin abfallen, sobald es ernst wird. Hohen Wiedererkennungswert besitzt auch Thomas Christ als Kronprätendent Duc d’Orléans, ein Karrierist mit diabolischem Drive in der Stimme.

Jemanden wie Ethan Freeman wird man allerdings so schnell kein zweites Mal finden. Er verleiht dem Alchimisten und Ränkeschmied Cagliostro stimmstark dämonische Magie, indem er das Motto des Abends ausgibt: "Der Mensch lebt von Illusionen". Von dem international renommierten Lichtdesigner Manfred Voss wird er in ebenso magisches Licht getaucht. Zur Illusion von einem besseren Leben gehört natürlich immer auch der romantisch Liebende an unserer Seite. Marie Antoinette schmilzt mit Axel von Fersen (ein Offizier und Gentleman: Patrick Stanke) in der Popballade: "Du wirst mir nie gehören" nur so dahin.

Gefährlich nah an der Grenze zum Sozialkitsch laviert Michael Kunze allerdings, wenn er den einfältigen König Louis XVI (als Zauderer mit eher belangloser Stimme: Tim Reichwein) von sich behaupten lässt, er wäre gern nur "ein einfacher Mann". Gleiches gilt für die Glorifizierung des "gesellschaftlichen Lebens" im Bordell als vermeintliche Ausstiegs- und Aufstiegschance. Obwohl es schade gewesen wäre, diese Episode zu streichen, trumpft Bettina Meske doch als Puffmutter Juliette Lapin in einem rockigen Song mit satter Soulröhre auf.

Die Bremer Philharmoniker produzieren unter der Leitung von Bernd Steixner einen knackigen Sound, der zwischen rockig rhythmisch und gefühlvoll balladenhaft changiert. Sylvester Levay hätte allerdings gut daran getan, die wummernden Beats etwas zu reduzieren. Gleichwohl wird diese Produktion ohne weiteres an die Erfolgsinszenierungen von Helmut Baumann anknüpfen können, der schon vor Jahren bewies, dass Bremen durchaus eine Musicalstadt ist.

(Quelle: http://www.weserkurier.de)
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duketgg
 
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